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Groschopp News&Presse

Meilensteine in der Automatisierung

07.09.2018

Groschopp – Pionier in Sachen Servotechnik

Ob Hochspannungsschalter, Röntgengerät, Getränkeabfüllanlage oder Hähnchengrill: Die Anforderungen an die Antriebstechnik von Maschinen, Anlagen oder Geräten sind so vielfältig wie ihre Anwendungen. Groschopp entwickelt eine breite Produktpalette an Motoren, Getrieben und Reglern für verschiedene Industriezweige. Das Unternehmen blickt dabei auf eine langjährige Firmengeschichte zurück, die sich insbesondere durch Innovationen im Bereich der Elektro- bzw. Servomotoren auszeichnet.

Die Geschichte des Elektromotors reicht bis in das Jahr 1834 zurück, als Moritz Hermann von Jacobi den ersten elektrischen Antrieb für ein Boot in St. Petersburg entwickelte. Seither haben sich Elektromotoren stetig weiterentwickelt: Sie sind leistungsstärker, intelligenter und effizienter geworden. Zu den Technologieführern auf diesem Gebiet zählt heute die Groschopp AG Drives & More aus Viersen. Das Unternehmen kann auf eine langjährige Historie zurückblicken und zeichnet sich durch innovative Antriebslösungen aus.

Alles begann 1922 mit der Fertigung von Elektromotoren der Firma Alfred Oemig in Sachsen. Nach dem 2. Weltkrieg standen die Zeichen jedoch auf Neuanfang und 1948 wurde die EMW Elektro-Motoren-Feinbauwerk Groschopp & Co. GmbH in Mönchengladbach-Rheydt gegründet. Erst 1954 bezog das Unternehmen den heutigen Standort in Viersen. Der Betrieb wuchs kontinuierlich und 1967 kam es zur Übernahme der Bresges Elektromotoren GmbH. Aufgrund der erfolgreichen Geschäfte wurden in den 80er Jahren die Produktions- und Büroflächen erweitert. 1994 wurde die Berkmanns Antriebe GmbH zur Fertigung von Kleinserien und Sondertypen gegründet.

Seit dem Jahr 2000 firmierte das Unternehmen unter der Bezeichnung Groschopp AG – Drives & More. Im selben Jahr entstand die Gesellschaft Groschopp B.V. mit heutigem Sitz in Hardinxveld/Niederlande, 2002 die Groschopp SARL in Paris und 2006 eine weitere Niederlassung in China. 2008 wurde die Groschopp Vertriebsgesellschaft mbH gegründet.

Groschopp beteiligt sich an verschiedenen Forschungsprojekten und entwickelt laufend neue und effiziente Antriebskonzepte für die Industrie und seit einigen Jahren auch für den Bereich E-Mobility. Vor allem in der Servotechnik gelang es dem Unternehmen immer wieder, im Laufe seiner Geschichte innovative und einzigartige Produkte auf den Markt zu bringen.

Passend für jedes Budget: Der Volksservomotor BGK

Mit dem BGK oder auch „Volksservo“ entwickelte das Unternehmen bereits Mitte der 90er Jahre einen elektronisch kommutierten Gleichstrommotor mit guten Rundlaufeigenschaften. Er verfügt über einen hohen Stellbereich und das bei vollem Drehmoment bereits bei niedriger Drehzahl.   Damals waren Servomotoren sehr teuer. Ausschlaggebend für den Preis war vor allem das Gebersystem des Motors.

Um den Kunden einen wesentlich kostengünstigeren Servoantrieb als die Variante anderer anbieten zu können, hat Groschopp letzteres im eigenen Haus entwickelt und produziert.

Der Name „Volksservo“ ist in Anlehnung an den Volkswagen entstanden, da der neue Servomotor von Groschopp in jedes Budget passt. Die Kombination aus Motor und Servoregler hat dann im Handumdrehen den Markt erobert. Der BGK ist ein Meilenstein in der Firmengeschichte der Groschopp AG, da er den Einstieg in den Servomarkt markiert und dem Kunden neue Wege und Lösungen bietet.

Hohe Leistungsdichte und Positioniergenauigkeit: Black Panther

2004 brachte Groschopp die Baureihe Black Panther (EGK) auf den Markt. Das Unternehmen war damals als Pionier unterwegs, denn die Servomotoren zeichnen sich durch eine besonders hohe Leistungsdichte und einen hohen Wirkungsgrad sowie eine hohe Positioniergenauigkeit aus.

Zu dieser Zeit wurde die Zahnspulenwickeltechnik entwickelt, was für damalige Verhältnisse ein wirklich großer Schritt war. Bei der Zahnspulenwickeltechnik sind die Wickelköpfe nämlich besonders klein, so dass weniger Wärme entsteht und der Wirkungsgrad steigt.

Der Black Panther ist ein elektronisch-kommutierter Servomotor, der inzwischen in der dritten Generation hergestellt wird. Durch die konsequente Optimierung der aktiven Kernelemente wie Stator, Rotor und der Magnete sowie den Einsatz der modernen Einzelzahnwicklung konnte der Hersteller die Leistungsdichte der Baureihe im Vergleich zu herkömmlichen High-End-Servomotoren um Faktor zwei bis drei steigern. Die für eine sinusförmige Bestromung optimierten und daher häufig als Drehstrom-Synchron-Servomotoren bezeichneten Motoren produzieren während des Betriebs mit einem Servoregler ein sehr konstantes und gleichförmiges Drehmoment. Die Familie der bürstenlosen AC-Servomotoren der Groschopp AG wird seitdem durch die kompakte und dynamische Baureihe EGK Black Panther abgerundet.

Robust und hygienisch: Die Silver-Line-Familie

2006/2007 hat Groschopp als einer der ersten Hersteller von Servomotoren eine Antriebseinheit auf den Markt gebracht, die komplett in Edelstahl ausgeführt war. Entstanden ist diese robuste Lösung durch die Forderungen nach mehr Hygiene in der Lebensmittel-, Chemie- und Pharmaindustrie. Die Silver Line ist die Fortsetzung der bewährten Black-Panther®- und Vario-Baureihen. Die Bezeichnung steht für kompakte Antriebe, die mit einem Gehäuse aus Edelstahl mit gerundeten Kanten ausgestattet sind. Dieses hygienegerechte Design verhindert die Ansammlung von Partikeln und Schmutz. Die Oberflächen werden feinstgedreht und teilweise sogar poliert, so dass ihre Rauigkeit reduziert wird.

Für hochdynamische Positionieraufgaben sind die Servomotoren im Produktspektrum von Groschopp zuständig. Innerhalb der Silver Line-Familie ist dies die Serie ESK mit integrierter Elektronik, die ihr volles Drehmoment bereits ab der Drehzahl Null zur Verfügung stellt. Ein gutes Beispiel ist die dezentrale Antriebslösung des Typs ESK NI, die 2014 eingeführt wurde. Der Servomotor verfügt über einen integrierten, voll digitalen Regler für eine Versorgungsspannung von 24 bis 60 V DC. Dieser ist axial in das speziell für hohen Wasserschutz ausgelegte Edelstahl-Gehäuse integriert, wodurch der Verdrahtungsaufwand minimiert wird. Die robuste Antriebslösung mit variablen Leistungsstufen von 30-250 Watt eignet sich unter anderem für dezentrale Systeme der Automatisierungs- und Fördertechnik, bei denen ein Kontakt mit aggressiven Reinigungsmitteln oder chemischen Substanzen besteht.

2017 hat die Groschopp AG zudem mit der Konstruktion eines Edelstahlmotors mit integriertem Standard-Planetengetriebe eine innovative und kostengünstige Sonderlösung für Anwendungen mit hohen Hygienestandards geschaffen. Das Antriebskonzept im Hygienic Design basiert auf der ESK-Silver-Line bzw. der neueren ESKH-Baureihe. Sie verfügen über die hohe Schutzklasse IP69 und sind robust sowie besonders reinigungsfreundlich ausgeführt.

Ausblick in die Zukunft

Die Groschopp AG möchten ihre Marktposition mit den Hygieneantrieben für Maschinen und Anlagen in der Verpackungs- und Lebensmittel-, Chemie- und Pharmaindustrie zukünftig weiter ausbauen. Außerdem möchte das Unternehmen aus Viersen Produkte auch verstärkt in der Medizintechnik platzieren.Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist z. B. die Weiterentwicklung der ESKH-Baureihe um Edelstahlmotoren mit Planentengetrieben sowie integrierten Servo-Reglern in verschiedenen Baugrößen.

Auch die Regeltechnik für seine Antriebslösungen möchte Groschopp künftig noch weiterentwickeln. Denn dezentral gesteuerte Antriebe mit integrierten Reglern werden in verschiedenen Anwendungen, z. B. in der Dosiertechnik, aber auch im Bereich E-Mobility eine immer größere Rolle spielen.

Bei der Kreation innovativer Antriebskonzepte für elektrische Fahrzeuge ist Groschopp sehr aktiv: Zum Beispiel im Rahmen des ESKAM-Projekts mit der Entwicklung eines flexibel skalierbaren Achsantriebsmoduls für Sonder- und Nutzfahrzeuge im innerstädtischen Bereich. Außerdem engagiert sich das Unternehmen für das Projekt Muffel+, wobei es um die Realisierung einer kompakten, skalierbaren elektrischen Antriebsplattform als Ersatz für dieselbetriebene Multifunktionsfahrzeuge geht.

Auch im Geschäftsfeld der Getriebe möchte Groschopp zukünftig neue Wege gehen: sowohl mit Partnern, als auch mit eigenen Produkten und neuen Baureihen. Das Unternehmen beteiligt sich derzeit bereits an einem Forschungsprojekt zur Weiterentwicklungen von Stirnrad- und Planetengetrieben, die zukünftig auch in Industrie-4.0-Anwendungen eingesetzt werden sollen. Die Groschopp AG hat sich als Ziel gesetzt, neue Technologien zu erkennen, zu erschließen und in Form von Innovationen nutzbar zu machen.

Gerade für ein mittelständisches Unternehmen wie Groschopp heißt Technologieführerschaft auch enge Zusammenarbeit mit Hochschulen, Instituten und industriellen Partnern. Diese Zusammenarbeit ist von strategischer Bedeutung und soll dementsprechend auch weiterhin aktiv gesucht, gefördert und gepflegt werden.